Mein Pferd stand einfach da. Keine fünf Minuten vom Stall entfernt. Es machte keinen einzigen Schritt mehr. Egal, was ich versuchte.
Vorwärts? Keine Chance.
Zurück Richtung Stall? Sofort.
Damals glaubte ich noch, mein Pferd würde einfach nur bocken. Heute weiß ich, dass es mir etwas ganz anderes zeigen wollte.
Als mein Pferd plötzlich keinen Schritt mehr machte
Ich weiß noch ganz genau, als ob es heute war, wie ich da stand mit meinem Pferd. Nur ein paar hundert Meter vom Stall entfernt. Ich hatte mich so auf einen tollen Ausflug mit ihm gefreut. Und nun standen wir da und es wollte partout einfach keinen einzigen Schritt mehr machen. Schon die letzten Schritte fühlten sich merkwürdig an, immer stockender und unwilliger. Weit und breit gab es keinen Grund für sein Verhalten. Und zack stand es plötzlich. Sich keinen Meter mehr bewegen zu wollen.
Druck ausüben brachte nichts. Langsam wurde ich sauer. Trotzdem war ich noch verwundert und suchte nach dem Grund, warum es nicht weiterging. Ich fand aber nichts. Mein Pferd stand wie angewurzelt da. Also stieg ich ab, weil ich mir anders nicht zu helfen wusste.
Da war ich noch felsenfest davon überzeugt, jetzt würde es mit mir direkt mitgehen, also geh ich einfach ein Stück mit ihm. Hat ja bisher auch immer geklappt. Tja, von wegen es blieb einfach da stehen wo es stand. Noch heute, viele Jahre später, kann ich mich in diese Situation hineinfühlen. Ich stand ihm gegenüber und fühlte förmlich wie die innerliche Wut nun deutlich in mir aufstieg. Was ich dachte war nur eines: ruhig stehen, keine voreilige Reaktion machen. Einen kühlen Kopf bewahren und es jetzt einfach erst einmal zulassen. Also stand ich da, innerlich kochend vor Wut. In diesem Moment dachte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben: „So muss es sich anfühlen, wenn jemand sagt zur Weißglut getrieben“. Exakt das fühlte ich. Trotzdem bewahrte ich mir einen möglichst kühlen Kopf, selbstverständlich wütend, weil mein Pferd bockt und ich ihm hilflos ausgeliefert bin. Immerhin ist es ein Pferd, deutlich schwerer und größer als ich. Kein Hund, den man weiterziehen könnte.
Wir waren ohne Sattel und mit Kappzaum unterwegs, nicht mal meine Gerte hatte ich dabei. So wie immer eben. Lediglich hatte ich am Kappzaum einen langen Führstrick und ich versuchte durch verzweifeltes (wirklich verzweifelt) Wedeln mein Pferd in irgendeiner Weise dazu bewegen zu können jetzt weiter zu gehen. Keine Chance. Wer das selbst in so einer Form erlebt hat, weiß, da lässt sich in diesem Moment schlicht und ergreifend nichts tun.
Ich drehte mich um Richtung Stall und siehe da, Pferdchen folgte mir flugs und motiviert. Meiner innerlichen Weißglut gab das wie Öl Nachschub. Mehrmals versuchte ich noch zu tricksen und einfach zu wenden um wieder in die andere Richtung zu gehen. Keine Chance, mein Pferd blieb wie eingenordet an einem unsichtbaren Hindernis (in Computerspielen nennt man das eine Alpha Wand) stehen. Nicht mal einen einzigen Millimeter bewegte es sich weiter weg vom Stall. Selbst in dieser Gemütslage in der ich in diesem Moment befand, empfand ich das sogar äußerst faszinierend. Wie akurat und konsequent es an dieser unsichtbaren Linie stand. Dagegen in Richtung Stall, kein Problem, da lief es freudig mit.
Ich verstand einfach nicht, was das Problem war
Also gingen wir zurück zum Stall und ich war den Tränen nahe. Als mich die Stallbesitzerin so schnell wieder sah und vor allem in diesem Zustand, fragte sie besorgt was denn passiert sei, ob ich gestürzt sei. Als ich es verneinte und die Situation missmutig erklärte konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ja, heute kann ich darüber lachen, aber in diesem Moment stellte ich einfach alles in Frage.
Ich konnte es einfach nicht verstehen, warum mein Pferd mir mit dieser Haltung begegnete. Da tue ich doch schon so viel für es, so gut ich kann pferdegerecht reiten, einen der tollsten Ställe hatte ich ihm ausgesucht und so dankt es mir dafür? Ich war am Boden zerstört.
Da hatte sich ein tatsächlich schweres Problem entwickelt. Im Prinzip klebte mein Pferd am Stall und ließ sich durch nichts weiter als ein paar hundert Meter mehr wegbewegen. Das war defintiv in vielerlei Hinsicht ein Problem. Ein bockendes, unwilliges Pferd bedeutet ein höhreres Risiko an Gefahr was von ihm ausgehen könnte.
Was für Möglichkeiten blieben mir denn nun? Ich hatte doch schon alles versucht, mein Pferd gutmütig zu stimmen und zum mitkommen zu überreden. Das ganze Problem hatte sich nämlich über einen gewissen Zeitraum immer mehr eingeschlichen. Anfangs war es unterwegs an irgendwelchen Stellen, dass es plötzlich grundlos stand und erst nicht weiter wollte. Als allererstes ließ ich selbstverständlich abklären, ob es einen gesundheitlichen Grund gab, aber da war nichts. Dann nahm ich Leckerli mit, nebenbei der allergrößte Fehler überhaupt den ich machen konnte. Der Hintergedanke war: Leckerlies als Anreiz und positive Verstärkung zu nutzen und Ausflüge attraktiver zu machen. Auch ließ ich es ab und an mal grasen. Alles in allem für sich allein gar kein Problem. Aber im Zusammenhang mit dem Problem sich nicht vom Stall entfernen wollen, war es vorprogrammiert, dass sich das eigentliche Problem damit nicht beheben lässt, sondern erst recht noch verschlimmert.
Der Rat, der alles veränderte
Also stand ich da, den Tränen nahe, mit einem motivierten Pferd, dass wohl schon die übliche Leckerei nach dem Ausflug in Aussicht hatte. Für mich eine ausweglose Situation. Da meinte die Stallbesitzerin, dass ich da jetzt anders ran gehen müsste und mit dem was sie da meinte, gab sie mir den besten Rat bezüglich meines Pferdes überhaupt. Dieser eine Rat hat meine Sicht auf Pferde für immer verändert:
Ab in die Halle mit ihm, frei laufen lassen und es wegschicken.
Was das genau bedeutet:
Ich packte mein Pferd also in die Halle (es dachte wahrscheinlich es hätte jetzt Feierabend), ohne Zaumzeug oder sonst irgendwas und gesellte mich zu ihm nur mit einem langen Strick. Ich ging ein wenig die Halle auf und ab und tat so, als ob ich es komplett ignorieren würde. Ab und an wühlte ich ein wenig im Streu. So bekam ich sein Interesse. Es wurde neugierig was ich dann da tat und es lief zu mir. Und genau das ließ ich nicht zu und schickte es sanft aber deutlich weg. Als Hilfsmittel wedelte ich mit dem Strick. Das wiederholte ich immer wieder, ohne viel Aufregung und wenig Aktion. Ich bewegte mich immer ein wenig in der Halle hin und her und mal von dort nach da. Immer leicht in die Richtung wo mein Pferd gerade war. Das Ziel war, seinen Platz einzunehmen. Ich ging vermehrt direkt auf es zu und es sollte weichen. Anfangs klappte das noch gar nicht, da wurde ich energischer und wedelte noch mehr mit dem Strick. Nur so viel, dass es sich in Bewegung setze von mir weg. Dann hörte ich sofort auf und blieb an seinem Platz kurz stehen. Das wiederholte ich ein paar Mal.
Was mein Pferd mir eigentlich zeigen wollte
Dann passierte etwas mit meinem Pferd. Es verstand, die Rollen hatten sich getauscht. Ich hatte ihm zwei Dinge klar gemacht:
- es muss seine Aufmerksamkeit auf mich richten
- ich übernahm die Führung.
Das hat mein Pferd in seinem Verhalten mir gegenüber so verändert, dass es mich als würdige Führungsperson anerkannte. Und das alles nicht mit wilden Methoden, sondern mit einem kleinen Spielchen. Was ich fort an immer mal wieder zwischen durch in unsere gemeinsame Zeit einbaute.
Seit diesem Tag gingen wir unseren Weg gemeinsam – ohne dass mein Pferd sich jemals wieder weigerte, den Stall zu verlassen. Denn mein Pferd hatte mir etwas ganz Entscheidendes beigebracht: Wahre Führung entsteht nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen und Klarheit.
Was ich daraus für die Tierenergetik mitgenommen habe
Damals wusste ich noch nichts von der Tierenergetik.
Rückblickend erkenne ich aber, wie eng Verhalten, innere Haltung und das gesamte Umfeld eines Tieres miteinander verbunden sind.
Genau das begegnet mir heute auch in der Tierenergetik immer wieder.
Natürlich hatte mein Pferd damals kein energetisches Problem, das sich einfach „wegbehandeln“ ließ. Trotzdem hat mich diese Erfahrung gelehrt, dass Veränderungen oft dort beginnen, wo wir bereit sind, unsere eigene Sichtweise zu verändern.
Fazit
Heute bin ich meinem Pferd für diese Situation sogar dankbar.
Damals fühlte ich mich hilflos, wütend und verzweifelt. Heute weiß ich, dass es einer der wichtigsten Momente auf unserem gemeinsamen Weg war.
Nicht, weil ich gelernt hatte, wie ich mein Pferd dazu brachte weiterzugehen.
Sondern weil ich verstanden habe, dass echte Führung nichts mit Druck zu tun hat. Sie entsteht durch Klarheit, Ruhe und Vertrauen.
Diese Erfahrung begleitet mich bis heute – im Umgang mit meinen Tieren genauso wie in meiner Arbeit mit der Tierenergetik. Denn oft beginnt Veränderung nicht zuerst beim Tier, sondern bei uns selbst.
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Wer bin ich?
Hey, ich bin Miriam, deine energetische Impulsgeberin.
Tiere haben mich schon immer fasziniert und begleiten mich seit ich denken kann. Mit der Zeit entstand der Wunsch, Tiere auf ganzheitlicher Art und Weise zu unterstützen. Durch meine Ausbildung zur Tierenergetikerin habe ich zu meiner Berufung gefunden. Heute unterstütze ich dich darin, dein Tier besser zu verstehen und energetische Themen in deinen Alltag zu integrieren. Meine Arbeit soll dir und deinem Tier helfen, innere Balance und Wohlbefinden zu erreichen.
Herzliche Grüße, deine Miriam
Du hast Fragen? Dann schreib mir einfach an kontakt@tierenergetik-brommler.de
